Warum spielen die Menschen

Soeben wurde ein Bericht veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass allein die Amerikaner im letzten Jahr die unvorstellbare Summe von 119 Milliarden Dollar beim Spielen verloren haben. Es ist dies die höchste Summe, seit dem Beginn der Aufzeichnungen und nicht nur in den USA, auch weltweit wurde so viel Geld verspielt wie nie zuvor. Die Prognosen für die Zukunft lassen hier nichts Gutes vermuten, denn es wird erwartet, dass die Verluste noch weiter ansteigen werden.

Wieso zocken die Leute?

Wenn man nach den Ursachen forscht, wieso die Leute zocken, wird man verschiedene Gründe finden. Hier ist einmal die Flucht aus dem Alltag zu nennen. Die Leute lieben es, Abwechslung in ihr Leben zu bringen, um Spannung und den sogenannten „Kick“ zu erleben. Die Aufregung und der Nervenkitzel beginnen aber nicht erst beim Spielen, sondern bereits bei der Vorfreude auf das Spiel. Die Aussicht auf einen Geldgewinn erhöht den Anreiz zu spielen. Verschiedene Studien – über die auch in den

Berichtet wird – zeigen, dass ein Großteil der Spieler nicht spielt, um zu gewinnen, sondern um davon träumen zu können, wie der Gewinn sein Leben verändern würde. Leider verfallen Spieler nicht selten der sogenannten Spielsucht: Verlieren sie, wird der Verlust des Geldeinsatzes nebensächlich und sie versuchen erneut ihr Glück, um den Nervenkitzel aufs Neue zu erleben.

Die „Chemie“ des Zockens

Die Erwartung auf einen Gewinn und der Nervenkitzel lösen einen Adrenalinstoß aus und falls ein Spieler wirklich gewinnt, setzt die Auszahlung des Gewinns eine Welle von Dopamin frei. Dopamin ist ein Neurotransmitter der immer mit Freude verbunden ist und so auch das Gefühl der Freude vermittelt. Wenn man etwa von einem geliebten Menschen umarmt wird, steigt der Dopaminspiegel ebenfalls an, dasselbe ist auch beim Sex der Fall. Spitzenwerte bei der Produktion von Dopamin wurden nach einem gewonnen Game oder einer Wette gemessen. Ein weiterer Aspekt ist hier die Selbsttäuschung oder der Dunning-Kruger-Effekt. Fast alle Spieler glauben, dass sie das Glück gepachtet haben und schätzen die Chancen auf einen Sieg unrealistisch hoch ein. Aber die Wahrheit ist, dass am Ende immer das Casino als Sieger hervorgeht und nur eine verschwindend kleine Minderheit von scharfen, mathematisch denkenden Spielern in bestimmten Spielen, wie etwa Poker oder Blackjack, dauerhaft die Bank besiegen kann. Der überwältigenden Mehrheit der Spieler gelingt dies allerdings nicht.

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